Keine Chance mit 50+ auf dem Arbeitsmarkt?

Keine Chance mit 50+ auf dem Arbeitsmarkt?

30.01.2019

Gerade die Generation 50+ denkt oft mit Schrecken an einen Jobwechsel. Unterstützt wird die Schwarzmalerei leider nur zu oft im eigenen Umfeld und zusätzlich genährt durch die einschlägigen Medien. Doch wer die Vorteile seines Alters erkennen kann, liegt oft besser im Rennen als die Berufsanfänger bzw. „Sturm- und Drang-Kandidaten“. Denn wer sich mit einer Haltung von „Jedes Alter hat seine Qualitäten.“ seine Bewerbungsstrategie zurechtlegt, hat oft deutlich bessere Karten.

Den größten Fehler, den Mann oder Frau machen kann, ist NICHT zu wechseln, wenn es doch gerade nun mal ansteht. Vielleicht hat man auch schon zu lange gewartet und die Kündigung liegt nun auf dem Tisch. Meist flattert diese ins Haus, weil man sich selbst nicht zu diesem Schritt überwinden konnte und einem die Entscheidung für den Jobwechsel dann letztendlich vom Vorgesetzten abgenommen wurde. Wenn Sie sich unwohl fühlen in Ihrem Job, schieben Sie es nicht auf die lange Bank. Unternehmen Sie sofort etwas, solange Sie noch ein gutes Standing in Ihrer Firma haben und Ihr Selbstbewusstsein noch nicht angeknackst ist. Proaktiv sich neuen Herausforderungen zu stellen ist die deutlich bessere Variante. Denn Absagen und Desinteresse der gewünschten Arbeitgeber sind oft nur die Antwort auf ein geringes Selbstwertgefühl. Damit können Sie sich aber immer schlecht verkaufen.

Sind Sie schon in die Falle getappt und haben zu lange gewartet, ist es sinnvoll, sich ganz gezielt wieder auf seine Stärken und Qualitäten zu konzentrieren. Werten Sie sich nicht ab, sondern feiern Sie Ihre Erfolge und gemeisterten Herausforderungen. Nichts davon ist „normal“ oder „selbstverständlich“. Erkennen Sie, dass die Generation unter Ihnen, noch ein gutes Stück Weg vor sich hat, um mit Ihnen mithalten zu können. Können diese auf Augenhöhe mit ihren erfahrenen und oft älteren Chefs agieren? Haben die jüngeren Bewerber die gleiche Souveränität sowie Gelassenheit in verfahrenen und krisenbehafteten Situationen wie Sie? Können diese Rückschläge und Verluste ebenso gut einstecken wie Sie? Auch wenn diese „Soft Skills“ auf den ersten Blick nicht sehr attraktiv für den Personaler wirken, kommt es auch jetzt auf Ihre Initiative an. Begehen Sie nicht den Fehler, sich blind auf jede einigermaßen passende Stellenanzeige zu bewerben. Recherchieren Sie ganz gezielt, bei welchen Firmen noch kein Jugendwahn herrscht und probieren Sie es erst bei den „Alteingesessenen“, die Ihre Qualitäten zu schätzen wissen. Schauen Sie bei XING und LinkedIn, wer in Ihrem Alter die Führungspositionen einnimmt und durchforsten Sie Bewertungsseiten wie kununu, glassdoor oder jobvoting nach Bewertungen, die den Fokus auf Altersthemen haben. Achten Sie auch auf die Zielgruppen der potentiellen Arbeitgeber. Oft möchte eine ältere Klientel auch Berater und Verkäufer in Ihrem Alter.

Unser Fazit: Wenn Sie zu den alten Hasen gehören, sich zudem Ihrer Qualitäten und Stärken bewusst sind, diese auch selbstbewusst verkaufen können, dann braucht es nur noch eine positive Einstellung und hohe Motivation, um den anstehenden Wechsel mit Bravour zu meistern. So, wie schon so oft in Ihrem Leben. Erinnern Sie sich?

Die Autorin,  Katrin Riediger,  arbeitet  als Karriereberaterin bei Karrierecoach München (Mitglied im Beraternetzwerk job40plus).

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