„Ich bin doch perfekt für diese Stelle geeignet“

„Ich bin doch perfekt für diese Stelle geeignet“

20.09.2018

Mir fällt immer öfter auf, dass sich viele Menschen mit der Illusion bewerben, sie hätten ein Profil, das ein Personaler fast nicht ablehnen kann. Sie sind fest davon überzeugt, dass sie auf eine zu besetzende Position „perfekt“ passen. Die Enttäuschung lässt selten auf sich warten.

Was den Leuten fehlt, sind nicht die Expertise oder die nötigen Kompetenzen, sondern vielmehr eine besser reflektierte Herangehensweise. Die Aussage: „Ich habe mich schon auf vier Stellen beworben, auf die ich „perfekt“ gepasst habe, und trotzdem keine Einladung bekommen. Das kann doch nicht sein!“ ist also weniger ein Problem der Eignung als vielmehr eines der eigenen Sichtweise. Man sollte erkennen, dass man auf dem Arbeitsmarkt selten so einzigartig und unersetzbar ist, wie man sich das gern vorstellt. Entsprechend sind oft an die 20–30 Bewerbungen nötig, um die Erfolgschance realistisch einschätzen zu können.

Personaler interessieren sich nicht unbedingt für das, was man selbst für seine besten Eigenschaften oder Errungenschaften hält. Sie achten auf die Skills und Erfahrungen der Bewerber, die dem Unternehmen am meisten nutzen. Egal, wie erfolgreich man im alten Job gewesen ist, wird man aus der großen Anzahl an Kandidaten schnell ausgesiebt, wenn der Recruiter nicht sofort die Eignung für die neue Stelle erkennt. Aus diesem Grund sind die besten Bewerbungsunterlagen auch nicht unbedingt die, die die größten Erfolge und die besten Eigenschaften betonen, sondern die, die auf die Anforderungen des potenziellen Arbeitgebers möglichst gut zugeschnitten sind.

Ein kleines Beispiel: Bewerber A. möchte sich bei einem Finanzdienstleister für einen Posten in der Geschäftsleitung bewerben. Hier hilft es wenig, wenn A. betont, wie kompetent und kundenorientiert er ist. Was die Geschäftsleitung wirklich benötigt, ist jemand, der Beratungskompetenz und Führungserfahrung mitbringt.

Ein guter Bewerber sollte gedanklich flexibel sein und versuchen, sich in die Position des Personalers hineinzuversetzen. Der Mehrwert bzw. Beitrag für das Unternehmen, den er leisten kann, sollte immer im Vordergrund stehen.

Autor: Walter Feichtner ist Inhaber von KARRIERECOACH MÜNCHEN und Mitglied im Beraternetzwerk job40plus.

Die Kolumne „Geschichten aus dem Alltag von Karriereprofis“ wird im Wechsel von verschiedenen Experten geschrieben. Die bisher erschienenen finden Sie hier.

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