Neue Studie: Betriebe stellen mehr unbefristete Arbeitnehmer ein

Neue Studie: Betriebe stellen mehr unbefristete Arbeitnehmer ein

04.02.2020

Firmen in Deutschland bauen durch mehr Befristungen, Zeitarbeit oder Werkverträge ihre Kernbelegschaft ab? Stimmt so nicht, sagt Holger Schäfer, Senior Economist für Beschäftigung und Arbeitslosigkeit beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln. In einer neuen Studie zeigt er auf, dass das Gegenteil der Fall ist.

Zwischen 2012 und 2017 haben rund 42 Prozent aller deutschen Betriebe mehr unbefristete Arbeitnehmer eingestellt. Dagegen haben nur 11 Prozent die befristete Beschäftigung ausgeweitet. Die weit verbreitete Überzeugung, dass unbefristete Arbeitnehmer nach und nach durch befristete ausgetauscht werden, ist daraus also nicht ablesbar. Der Trend geht sogar in die entgegengesetzte Richtung, wie ein Blick auf den Arbeitsmarkt zeigt: Im selben Zeitraum sank die Anzahl befristeter Beschäftigter von 2,64 auf 2,55 Millionen, obwohl insgesamt immer mehr Menschen eine Stelle haben.

Befristungen gehören zu den sogenannten atypischen Erwerbsformen. Dazu zählen auch Zeitarbeits- und Werkverträge, die genau wie befristete Verträge immer wieder in der Kritik stehen. Doch auch hier ist der Ärger über die flexiblen Modelle unbegründet: Nur rund neun Prozent der Betriebe haben die atypische Beschäftigung erhöht, ohne auch die unbefristeten Stellen auszuweiten. Dafür haben knapp 36 Prozent der Unternehmen mehr normale und keine weiteren flexiblen Verträge abgeschlossen.

Zur Kostensenkung scheinen die Betriebe also keine flexiblen Erwerbsformen zu nutzen. Vielmehr geht es den Arbeitgebern um Unsicherheit: Die Auswertung hat ergeben, dass Betriebe gerade dann mehr Befristungen eingehen, wenn die wirtschaftliche Zukunft sehr ungewiss ist. Die wirtschaftliche Entwicklung verlief bis 2017 sehr stabil. Deswegen haben sie in dieser Zeit auch mehr unbefristete Mitarbeiter gesucht. „Dass Betriebe ihre Mitarbeiter willkürlich befristen, ist ein Mythos“, sagt Studienautor Holger Schäfer. „Vielmehr gibt es dafür gute Gründe, etwa wirtschaftliche Unsicherheit.“ Eine stärkere Regulierung, wie es die Bundesregierung derzeit bei Befristungen plant, würde den Betrieben und dadurch auch den Arbeitnehmern eher schaden.

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