Friederike Gonzalez Schmitz: Aufs eigene Engagement kommt es an

Friederike Gonzalez Schmitz: Aufs eigene Engagement kommt es an

29.09.2017

Sabine Hildebrandt-Woeckel: Wo liegt gerade für erfahrene Kräfte das größte Potenzial in der Präsentation auf einer Online-Plattform?
Friederike Gonzalez Schmitz: Erfahrene Führungskräfte verfügen ja bereits über ein größeres Netzwerk an Offline-Kontakten dank der jahrelangen Berufserfahrung, sei es für ein Unternehmen oder mehrere. Viele bereits bestehende Kontakte können über eine Online-Plattform wiederbelebt werden und zusätzlich können neue Kontakte über die Suche oder über vorhandene Kontakte gefunden werden.
Heute recherchiert man neue Kontakte vor einer Konferenz oder einem Meeting über Google oder LinkedIn. Wer bereits ein gut angelegtes Profil hat, wird gefunden und kann einen ersten guten Eindruck beim Profilbesucher hinterlassen. Fachkräfte haben das Profil selbst in der Hand und sollten daher auch Gebrauch davon machen.

Sabine Hildebrandt-Woeckel: Welche Vorteile bietet speziell LinkedIn gegenüber anderen Netzwerken?
Friederike Gonzalez Schmitz: LinkedIn ist das weltweit größte Business-Netzwerk mit über 500 Millionen Nutzern und ca. 10 Millionen aus der Region DACH. Sie erreichen Kontakte in allen Ländern, einzige Ausnahme bildet Russland. Vor allem Fach- und Führungskräfte, Mitarbeiter aus den DAX-Unternehmen, aus IT, Finanzdienstleistung, Automobilbranche, Forschung und Marketing/PR sind hier aktiv. LinkedIn bietet mit dem Profil und seinen Funktionen viele Möglichkeiten, etwas für das eigene Personal Branding zu tun.

Sabine Hildebrandt-Woeckel: Und was kostet mich das?
Friederike Gonzalez Schmitz: Auch über eine kostenfreie Mitgliedschaft kann man auf LinkedIn viele Kontakte erreichen und sich ein persönliches Netzwerk aufbauen.

Sabine Hildebrandt-Woeckel: Wo sehen Sie die größten Mankos vieler Kandidaten im Hinblick auf Social Media …
Friederike Gonzalez Schmitz: Bei uns im deutschsprachigen Raum gibt es noch relativ viele Arbeitsuchende mit Vorurteilen gegenüber der Nutzung sozialer Netzwerken. Viele haben noch gar kein Profil oder behandeln die vorhandenen Profile recht stiefmütterlich. Ich habe beobachtet, dass man zwar von Recruitern gefunden werden möchte, aber am besten nichts dafür tun mag. Dabei ist das eigene Engagement auf einer Plattform wie LinkedIn genauso wichtig, wie das ausführliche Ausfüllen der einzelnen Profil-Bereiche.

Sabine Hildebrandt-Woeckel: Wie viel Zeit sollte ein Jobsuchender Ihrer Meinung nach in sozialen Netzwerken verbringen?
Friederike Gonzalez Schmitz: Nachdem das Profil erstellt und vollständig ausgefüllt worden ist, reichen zehn Minuten täglich. Dank Smartphone und mobiler App lässt sich das doch gut in den Alltag integrieren. Einmal in der Woche sollte ein längeres Zeitfenster für das Anschreiben von Kontakten, das Hinzufügen und Begrüßen neuer Kontakte etc. eingeplant werden.

Sabine Hildebrandt-Woeckel: Das klingt überschaubar …
Friederike Gonzalez Schmitz: Ja, alles in allem sprechen wir von einem Minimal-Aufwand von 1 bis 2 Stunden in der Woche. Es ist besser, sich regelmäßig kurz einzubringen, als in großen Abständen. LinkedIn belohnt das Engagement seiner Nutzer, indem deren Inhalte häufiger im News-Feed angezeigt werden.

Sabine Hildebrandt-Woeckel: Worauf sollte ein Bewerber sein Hauptaugenmerk legen?
Friederike Gonzalez Schmitz: Auch im Netz gibt es Spielregeln. Jeder sollte sich seiner eigenen Ziele und seiner persönlichen Stärken klar sein. Das ist für Jobsuchende wichtig, um sich für die richtigen Stellen zu bewerben und zur Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Eine klare Kommunikation der eigenen Themen und Fähigkeiten sind die Grundlage der eigenen Online-Aktivitäten.

Sabine Hildebrandt-Woeckel: Und was sind die typischen Fehler?
Friederike Gonzalez Schmitz: Typische Fehler sind für mich, wenn Profile nur halbherzig ausgefüllt, keine Profilfotos eingefügt und Einladungen ins Netzwerk ohne persönliche Nachricht, also automatisiert, versendet werden.

Sabine Hildebrandt-Woeckel: Welches sind die drei ersten Schritte für Anfänger?
Friederike Gonzalez Schmitz:
1. Zuerst sollte man sich Gedanken zu seinen Zielen auf LinkedIn machen und wie man online wahrgenommen werden möchte. Darauf basierend sollten die Texte für das Profil erstellt werden.
2. Als Nächstes muss ein gutes Business-Foto als Profilbild hochgeladen werden. Weitere Medien sind im Profil von Vorteil, um sich von der Masse abzuheben.
3. An dritter Stelle steht bei Anfängern die gezielte Suche nach Kontakten, die auf LinkedIn vermutet werden. Die Funktion „Personen, die Sie vielleicht kennen“ ist hierfür sehr empfehlenswert.

Sabine Hildebrandt-Woeckel: Wo liegen die Grenzen sozialer Netzwerke?
Friederike Gonzalez Schmitz: Netzwerken heißt auch in Zeiten von Social Media, dass man es mit Menschen zu tun hat. Kein soziales Netzwerk wird die persönliche Kommunikation zu 100 Prozent ersetzen können. Eine Person, welche man bereits persönlich getroffen und gesprochen hat, wird man immer besser im Kopf behalten als einen Kontakt, den man nur virtuell getroffen hat.

Sabine Hildebrandt-Woeckel: Das bedeutet konkret?
Friederike Gonzalez Schmitz: Soziale Netzwerke erleichtern es, die Kontakte zu verwalten und sie im Auge zu behalten. Sie helfen auch, schneller mit neuen Menschen in Kontakt zu kommen und Geschäfte lassen sich so anbahnen.
Ob wir jemandem vertrauen und eine Kooperation mit ihm eingehen können, ihn sympathisch finden oder nicht, das lässt sich erst nach einem persönlichen Treffen herausfinden. Ich empfehle daher, reine Online-Kontakte per Skype zu kontaktieren oder sich auf einen Kaffee zu verabreden. Erfolgreiche Unternehmer greifen auf beides zu und entscheiden sich für einen gesunden Mix aus online und offline.

Friederike Gonzalez Schmitz aus München ist Social-Media-Beraterin mit Fokus auf internationales Social Media und LinkedIn 

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