Bewerben auf der Messe – aber richtig!

Bewerben auf der Messe – aber richtig!

04.07.2017

Von Sabine Hildebrandt-Woeckel und Kerstin Seinsch

Grundsätzlich sind Messen für erfahrene Kandidaten der beste Weg, um Kontakt zu potentiellen Arbeitgebern aufzunehmen. Der Grund: Bei schriftlichen und elektronischen Bewerbungen ist die Auswahl standardisiert. Der persönliche Kontakt, bei dem Berufserfahrene punkten können, findet zu spät – und in vielen Fällen eben gar nicht statt.

Doch auch ein Messebesuch, der einen Jobwechsel anbahnen soll, muss gut geplant werden. Im ersten Schritt geht es darum, zunächst einmal den richtigen Event zu finden. Dann folgen die richtige Vorbereitung und eine zielführende Ansprache. Welche Aspekte bei Bewerbungen auf Messen zu beachten sind, erläutern wie in vier Folgen.

Heute: Die richtige Messe finden

Zielgruppe und Rahmen entscheiden

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, der direkten persönlichen Kontaktaufnahme: die normale (Fach)Messe oder die spezielle Jobmesse.
Entscheiden Sie sich für eine Fachmesse, muss zunächst einmal die Branche passen, das ist relativ klar, aber überlegen Sie sich auch: Wer ist das Zielpublikum? Und wer steht dementsprechend am Stand. Wird es vor Ort einen adäquaten Ansprechpartner geben oder wird das Unternehmen nur vom Marketing oder schlicht durch Messehostessen vertreten. Fragen Sie im Zweifel vorab an, ob an bestimmten Tagen auch Personalverantwortliche oder – besser noch – Fachverantwortliche am Stand sein werden. Hilfreich ist, wenn es einen Karriereteil gibt oder spezielle Jobtage. Wenn nicht, suchen Sie zumindest die Tage heraus, an denen mit weniger Publikum gerechnet wird.

Auch Jobmesse ist nicht gleich Jobmesse

Zielführenden erscheinen auf den ersten Blick die Jobmessen. Wobei aber gerade hier für Professionals auch Vorsicht geboten ist. Auf vielen Messen stehen Erfahrene in Konkurrenz zu jüngeren Kandidaten – und schlimmer noch: Die ganze Veranstaltung ist eigentlich auf jung ausgerichtet – und Älteren dürfen nur auch kommen. Viele ursprünglich als Absolventenmessen konzipierte Events haben sich in den letzten Jahren auch für erfahrene Kandidaten geöffnet. Angesichts zunehmenden Fachkräftemangels erscheint dies logisch. Für ältere Jobsuchende ist es aber dennoch oft nicht hilfreich.

Jobmessen sind für Berufserfahrene nur dann von Vorteil, wenn die teilnehmenden Firmen tatsächlich bewusst auch ältere Kandidaten ansprechen möchten – und entsprechend aufgestellt sind. Auch hier gilt: Wer bereits viele Jahre im Berufsleben steht und dessen Berufsweg vielleicht auch nicht immer geradlinig verlief, der braucht Gesprächspartner, die seine erworbenen Kompetenzen nachvollziehen und beurteilen können. Das bedeutet auch hier Fachverantwortliche oder zumindest erfahrene Personaler sollten vor Ort sind.

Klären Sie also vorab, welche Besucher erwartet werden und wie die Unternehmen vorbereitet sind.

Hinterfragen Sie das Ziel der Messe: Geht es den Unternehmen darum, sich einem möglichst großen Publikum zu präsentieren? Oder sollen wirklich Gespräche geführt werden. Erkennbar ist dies in der Regel schon an den Slogans: „400 renommierte Arbeitgeber treffen 18.000 Nachwuchstalente“ „Ob jung oder berufserfahren, ob Azubi oder Akademiker… „ Alle dürfen kommen.

Das Ergebnis sieht man dann nicht selten sogar auf den Werbebildchen: Es ist voll. An den Ständen bilden sich Schlangen wie vor den Marktschreiern auf dem Wochenmarkt. Echte Gespräche sind nur in Ausnahmefällen möglich – oder werden nur dann angeboten, wenn man sich vorab schriftlich beworben hat. Für Erfahrene auf Messen, die für alle offen sind, oftmals ebenfalls ein No-Go. Denn dann stehen wieder die standardisierten Auswahlverfahren im Vordergrund, die sie eigentlich meiden wollten.

Doch auch ohne Auswahlverfahren machen Großveranstaltungen für Berufserfahrene wenig Sinn. Im besten Fall haben Sie die Chance, Visitenkarten auszutauschen und werden dann aufgefordert, sich doch schriftlich zu bewerben.

Doch egal, ob das schriftliche Verfahren vorgeschaltet oder ohne echtes Kennenlernen nachgeschaltet wird. Für Erfahrene entwickelt sich ein solcher Jobmessenbesuch schnell zur Quadratur des Kreises. Punkten kann nur, wer im üblichen schriftlichen Bewerbungsverfahren durchkommt. Die Chance der persönlichen Begegnung ist vertan – auch für die Unternehmen.

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